Die Nabelschnur - ein Wunderwerk der Natur

29. APRIL 2015

http://www.hebammenwissen.info/durchtrennen-der-nabelschnur/

Die Nabelschnur – ein Wunderwerk der Natur

Die Nabelschnur ist nicht nur ein wahres Wunder während der Schwangerschaft. In dieser Zeit versorgt sie über die Plazenta das heranwachsende Baby im Bauch neun Monate zuverlässig mit Nahrung und Sauerstoff.

Auch nach der Geburt kommt der Nabelschnur eine essenzielle Aufgabe zu: Kommt das Baby zur Welt, bleibt diese exklusive Verbindung zum Mutterkuchen noch eine Weile erhalten, um dem Neuankömmling noch eine extra Portion an Sauerstoff, Nährstoffen und Mineralien übers Blut zuzuführen. Das ist zu erkennen am Pulsieren der Nabelschnur. Direkt nach der Geburt befindet sich noch ungefähr ein Drittel Blut vom Baby in der Plazenta. Dieses wird in den folgenden Minuten zum Baby transportiert. Das erweitert die Lungen und macht sie bereit, Luft zu atmen. Das Baby nimmt seine Atmung also auf, während es gleichzeitig von der Versorgung durch die Nabelschnur unterstützt wird, solange es dies benötigt. Ein sanfter Start ins Leben!

Ist das Kind in seiner eigenen Atmung und im Kreislauf stabil, hat die Nabelschnur ihre Funktion erfüllt: Sie verklebt und verschließt sich von innen. Die Nabelschnur ist jetzt komplett weiß und pulsiert nicht mehr, das Baby hat sein Blut bekommen. Das dauert üblicherweise zwischen 3 bis 30 Minuten. Das Baby kann nun der Plazenta das Signal geben: „Ich bin raus, mir geht es gut, du kannst dich jetzt lösen“, erklärt Dr. Sven Hildebrand.

10 Gründe für ein „spätes“ Durchtrennen der Nabelschnur

In der Medizin wird von einem späten Abnabeln bereits bei 30-120 Sekunden nach der Geburt gesprochen. Statt von einem späten Abnabeln, ist es passender, von einem normalen Abnabeln zu sprechen. Wird also gewartet, bis die Nabelschnur auspulsiert ist bevor sie abgeklemmt und durchtrennt wird, gibt es folgende Vorteile (die ja eigentlich der von Natur aus vorgesehene Normalfall sind):

  1. 30% mehr Blut und bis zu 60% mehr rote Blutzellen kommen dahin, wo sie hingehören: ins Baby.

  2. Mehr Eisen: ein erhöhter Eisenvorrat, eine um durchschnittlich 45 % höhere Ferritinkonzentration und seltener Eisenmangel. Das bezieht sich nicht nur auf die Geburt, sondern hält in den ersten 6 Lebensmonaten an.

  3. Vermindertes Risiko einer Anämie.

  4. Höheres Geburtsgewicht: Erhält ein Baby sein volles Blutvolumen, so hat es auch ein höheres Geburtsgewicht im Gegensatz zum Gewicht beim frühen Abnabeln. Das ist als gut und gesund anzusehen und insbesondere wertvoll bei Frühgeborenen oder kleinen Babys.

  5. Erhöhte Eisenvorräte können die neurologische Entwicklung des Kindes verbessern.

  6. Mehr Sauerstoff.

  7. Mehr Stammzellen.

  8. Vermindertes Risiko (insbesondere bei Frühgeborenen) einer Ventrikelblutung, einer späten Neugeboreneninfektion (late onset Sepsis) sowie einer nekrotisierenden Enterokolitis.

  9. Weniger Bluttransfusionen.

  10. Weniger Lösungsprobleme bei der Plazenta.


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