Kindeswohl ist Kindesleid!

Das Geschäft mit dem Kindeswohl
Autorin: Andrea Jacob


Ist eine Erziehung im Dienste des Kindeswohls in einer Familie nicht möglich, so hat diese gemäß § 27 ff. des VIII. Sozialgesetzbuches (SGB VIII) Anspruch auf „Hilfen zur Erziehung“, die das Jugendamt zu gewähren hat. Nutznießer dieser "Hilfen" sind oftmals nicht die betroffenen Kinder und deren Familien, sondern die von den Kommunen beauftragten Freien Träger. So ist es evtl. kein Zufall, dass engagierte Vertreter dieser Träger in allen etablierten Parteien mitwirken, dort ihre Erfahrung einbringen und sich mit ihnen in die Stadt- und Kreisparlamente wählen lassen. Ihr Fachwissen nutzen die Parteien zum Wohle des Volkes, indem sie die verdienten und verdienenden Experten nach ihrer Wahl in die Jugendhilfeausschüsse der Kommunen entsenden. So ist es inzwischen keine Seltenheit, dass Funktionäre Freier Träger sich in den Jugendhilfeausschüssen Hilfemaßnahmen selbst bewilligen [1] [2]. Eine Interessenkollision ist dabei selbstverständlich ausgeschlossen: Fast alle Freien Träger sind als gemeinnützig anerkannte Einrichtungen (z.B. gGmbH).

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Prof. Dr. Aris Christidis
Unter dem Titel „Das Geschäft mit dem Kindeswohl“ war am Abend des 20.01.2013 in der GZ ein Artikel von Andrea Jacob erschienen [2], der sofort nach seinem Erscheinen eine Publizität erfuhr, wie sie für eine Stadt der Größe Gießens [3] ungeahnt ist: Bevor die ersten 24 Stunden vergangen waren, hatten über 700 Interessierte nicht nur den Artikel gelesen, sondern sich auch an einer aufgeregten Diskussion beteiligt. Es war spektakulär, den Zuwachs der Lesenden zu beobachten. Meldungen erreichten die Autorin, daß ihr Artikel von Vereinen und Bürgerinitiativen in der ganzen Republik herumgereicht worden war. Buchstäblich über Nacht bot die GZ Lesestoff in der Schweiz und für Deutschsprechende in England und Frankreich; freundliche Anfragen kamen aus Polen, ob eine Übersetzung erlaubt sei, denn schon das deutsche Original hatte dort Aufsehen erregt: Zu viele repatriierte Betroffene und Angehörige von hierzulande lebenden Zeugen fanden sich in den Schilderungen des Artikels wieder.
 
Lesen Sie hier bitte weiter:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/75712/von-kindeswohl-haendlern-und-handlangern/?widg_b_160_300